Sehtest zuerst: Der Schlüssel zu den richtigen Lese- und Bildschirmbrillen

Sehtest zuerst: Der Schlüssel zu den richtigen Lese- und Bildschirmbrillen

Viele bemerken mit zunehmendem Alter, dass die Buchstaben in der Zeitung verschwimmen oder dass das Arbeiten am Computer anstrengender wird. Das ist ganz normal – das Sehvermögen verändert sich im Laufe des Lebens. Doch bevor Sie neue Lese- oder Bildschirmbrillen kaufen, sollten Sie einen wichtigen Schritt nicht auslassen: einen gründlichen Sehtest. Er ist der Schlüssel, um genau die Brille zu finden, die zu Ihren Augen und Ihrem Alltag passt.
Warum ein Sehtest so wichtig ist
Ein Sehtest dient nicht nur dazu, die richtige Glasstärke zu bestimmen. Er gibt ein umfassendes Bild davon, wie Ihre Augen zusammenarbeiten, und kann frühzeitig Hinweise auf beginnende Sehprobleme liefern, die ärztliche Aufmerksamkeit erfordern.
Viele merken erst, dass sie eine Brille brauchen, wenn sie Kopfschmerzen bekommen, die Augen brennen oder Buchstaben verschwimmen. Ein professioneller Sehtest kann klären, ob es sich um Altersweitsichtigkeit (Presbyopie), eine Hornhautverkrümmung oder eine andere Ursache handelt.
Wer sein Sehvermögen regelmäßig prüfen lässt, vermeidet, Brillen zu kaufen, die nur teilweise helfen – oder im schlimmsten Fall das Problem verschlimmern.
Lese-, Bildschirm- oder Kombibrille?
Auch wenn sowohl Lese- als auch Bildschirmbrillen das Sehen in der Nähe erleichtern, sind sie für unterschiedliche Distanzen konzipiert.
- Lesebrillen sind für kurze Distanzen von etwa 30–40 cm gedacht – ideal zum Lesen von Büchern, Zeitungen oder für Handarbeiten.
- Bildschirmbrillen sind auf mittlere Entfernungen von rund 50–70 cm abgestimmt, also auf die typische Distanz zum Monitor. Sie reduzieren zudem Blendung und blaues Licht, das die Augen ermüden kann.
- Kombinationslösungen wie Gleitsicht- oder Arbeitsplatzbrillen sind praktisch, wenn Sie häufig zwischen Lesen, Bildschirmarbeit und Blicken in die Ferne wechseln.
Ein Optiker oder eine Optikerin kann Ihnen helfen, die passende Lösung für Ihre Sehgewohnheiten zu finden – und dafür ist ein präziser Sehtest die Grundlage.
So läuft ein Sehtest ab
Ein Sehtest dauert in der Regel 20 bis 30 Minuten und wird von einem ausgebildeten Optiker oder einer Optikerin durchgeführt. Er umfasst mehrere Schritte:
- Gespräch über Sehgewohnheiten – wo und wie Sie Ihre Augen im Alltag am meisten beanspruchen.
- Messung der Sehschärfe – Sie lesen Buchstaben in verschiedenen Größen, um die optimale Stärke zu ermitteln.
- Prüfung des beidäugigen Sehens – um sicherzustellen, dass beide Augen harmonisch zusammenarbeiten.
- Kontrolle der Augengesundheit – viele Optiker prüfen auch auf Anzeichen von grauem oder grünem Star oder trockenen Augen.
Das Ergebnis ist ein exaktes Sehprofil, das als Grundlage für Ihre neue Brille dient. In Österreich bieten viele Optiker an, die Messergebnisse zu speichern, damit Sie Veränderungen Ihres Sehvermögens im Laufe der Zeit nachvollziehen können.
Wenn Bildschirmarbeit die Augen fordert
Da immer mehr Menschen viele Stunden täglich vor dem Computer verbringen, sind Bildschirmbrillen zu einer wichtigen Investition in Komfort und Augengesundheit geworden. Langes Arbeiten am Bildschirm kann zu Symptomen wie trockenen Augen, verschwommenem Sehen oder Verspannungen im Nacken führen – oft als „digitales Augenstress-Syndrom“ bezeichnet.
Ein Sehtest kann zeigen, ob Sie eine spezielle Bildschirmkorrektion benötigen oder ob Beleuchtung und Monitorposition verbessert werden sollten. Schon kleine Anpassungen können einen großen Unterschied machen.
Wann sollte man das Sehvermögen überprüfen lassen?
Als Faustregel gilt: Lassen Sie Ihr Sehvermögen alle zwei Jahre überprüfen – und häufiger, wenn Sie Veränderungen bemerken. Ab etwa 40 Jahren ist ein jährlicher Sehtest empfehlenswert, da sich die Augen in diesem Alter oft schleichend verändern.
Sie sollten einen Sehtest vereinbaren, wenn Sie:
- häufig Kopfschmerzen oder müde Augen haben,
- Schwierigkeiten beim Fokussieren auf Text oder Bildschirm bemerken,
- verschwommenes Sehen auf bestimmten Distanzen erleben,
- oder Probleme beim Lesen bei schwachem Licht feststellen.
Je früher Sie Ihre Sehstärke anpassen lassen, desto besser können Sie Beschwerden vermeiden und Ihr Sehvermögen erhalten.
Eine Investition in Lebensqualität
Ein Sehtest vor dem Brillenkauf ist keine Formalität, sondern eine Investition in Ihr Wohlbefinden. Die richtige Brille erleichtert die Arbeit, macht das Lesen angenehmer und schont Ihre Augen im Alltag.
Wenn Sie also über neue Lese- oder Bildschirmbrillen nachdenken, beginnen Sie mit einem Sehtest. Er ist der erste und wichtigste Schritt zu klarem, entspanntem Sehen – Tag für Tag.













